Hinweise der TLL Jena

Hinweise der TLL Jena



Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) Jena übermittelt uns regelmäßig Hinweise zum Pflanzenschutz im Kleingarten, die wir gern an unsere Mitglieder weiterleiten. Wir danken dem Mitarbeiter Rüdiger Schmatz des Referat Pflanzenschutz für seine Beiträge.


WICHTIG:

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind die Hinweise auf der Gebrauchsanleitung (Aufwandmenge, Anzahl Behandlungen, Wartezeit, Auflagen zum Schutz der Umwelt) unbedingt einzuhalten!


Inhalt:


Grauschimmel-Fäule
Mehltau
Johannisbeerblasenlaus
Vliese und Netze im Gemüseanbau
Bekämpfung der Schermaus (Wühlmaus)
Rasenpflege
Bekämpfung von Gallmilben
Kräuselkrankheit des Pfirsichs
Monilia-Spitzendürre
Schäden an Ziergehölzen
Obstschädlinge
Kraut- und Knollenfäule, Kartoffelkäfer
Nacherntebehandlung von Erdbeeren
Krankheiten und Schädlinge an Tomaten
Krankheiten und Schädlinge an Rosen
Mehltau an Wein
Fruchtfäule an Pflaume, Aprikose, Kernobst
Echter und Falscher Mehltau an Gurke / Zucchini
Tierische Schädlinge im Haus- und Kleingarten
Kirschen nach der Ernte
Erdbeerpflanzen
Fruchtfäulen an Äpfeln
Gallmilben und rost an Brombeeren
Spinnmilben an Kübelpflanzen
Pflanzliche Abfälle
Frostspanner vorbeugen
Pflanzvorbereitung für Gehölze
Überwinterung von Gladiolen und Dahlien
Vorbeugende Maßnahmen im Herbst



Grauschimmel-Fäule

Die Blüte der Erdbeeren hat begonnen und das gegenwärtig regnerische Wetter begünstigt das Auftreten der gefürchteten Grauschimmel-Fäule an den Früchten, die nicht selten zu starken Verlusten führt. Oft sind schon auf den noch grünen Früchten braune Flecken sichtbar, auf denen sich später ein mausgrauer Pilzrasen entwickelt. Ausgangspunkt der Infektionen sind Fruchtmumien und abgestorbene Blätter und andere Pflanzenteile. Vor allem die absterbenden Blütenblätter werden bei ausreichend vorhandener Feuchtigkeit (Regen, Tau) infiziert. In zu dicht gepflanzten Beständen oder sehr starkem Wachstum nach zu reichlich bemessener Stickstoffdüngung trocknen die Bestände langsamer ab, so dass die Bedingungen für den Pilz günstiger sind. Das alte Laub ist deshalb vor Blühbeginn zu entfernen, bei der Stickstoffdüngung sollte man zurückhaltend vorgehen, eine Überdüngung ist unbedingt zu vermeiden. Nach der Blüte kann man Stroh oder Holzwolle in die Reihen und zwischen die Pflanzen legen, damit die sich entwickelnden Früchte keinen Bodenkontakt haben und vor Spritzwasser bei Regen geschützt sind und auch schneller abtrocknen können. Außerdem lassen sich die Beete bei Regenwetter besser begehen.
Man kann auch mit Fungiziden gegen die gefürchtete Krankheit vorgehen. Zur Verfügung stehen gegenwärtig Mittel mit den Wirkstoffen Fenhexamid (z. B. Teldor) sowie Fludioxonil + Cyprodinil (z. B. Switch). In Abhängigkeit von der Witterung sind 2-3 Behandlungen erforderlich:
- bei Blühbeginn
- zur Mitte der Blüte
- bei Ende der Blüte.


Mehltau

An Apfelbäumen wurde erheblicher Befall durch den Apfelmehltau festgestellt. Befallene Triebspitzen sollten entfernt und vernichtet werden. Danach können Schwefelmittel wie Thiovit Jet oder Mittel mit dem Wirkstoff Myclobutanil (z. B. Pilzfrei Ectivo) gespritzt werden. An Stachelbeeren können die gleichen Maßnahmen zur Bekämpfung des Amerikanischen Stachelbeermehltaus erforderlich werden, hier können zur chemischen Bekämpfung Schwefelmittel sowie das Lecithin-Präparat BioBlatt-Mehltaumittel angewendet werden. Langfristig sollte man sich für den Anbau weniger anfälliger Stachelbeer-Sorten entscheiden! Auch die Schwarze Johannisbeere kann vom Amerikanischen Stachelbeermehltau befallen werden.
An Rosen wurde erster Befall durch Mehltau festgestellt, hier reicht manchmal die Entfernung erster befallener Blätter. Die Befallsentwicklung ist zu kontrollieren und bei Bedarf müssen Fungizide eingesetzt werden, die auch Sternrußtau und Rosenrost bekämpfen.


Johannisbeerblasenlaus

Die Blätter von Johannisbeeren weisen blasenförmige Aufwölbungen auf, die rötlich gefärbt sind, sie sind ein Hinweis auf Befall durch die Johannisbeerblasenlaus. Der Schädling kann mit Kaliseife-Mitteln wie z. B. Neudosan Neu Blattlausfrei bekämpft werden. Auf eine gründliche Benetzung der Blattunterseiten ist im Interesse einer hohen Wirksamkeit der Behandlung zu achten.



Vliese und Netze im Gemüseanbau

Vliese und Netze führen im Garten nicht nur zu einer schnellen Keimung bzw. zum zügigen Weiterwachsen, sondern sie halten zusätzlich zufliegende Schadinsekten von den Kulturen fern und helfen damit Pflanzenschutzmaßnahmen zu minimieren.
Beide Abdeckungsmöglichkeiten sollten möglichst locker über dem Gemüse liegen und an den Rändern mit Steinen oder Ähnlichem gut befestigt werden. Das Gießen stellt kein Problem dar, da die Materialien wasserdurchlässig sind.
Markenvliese halten im Durchschnitt 3-4 Jahre und werden zum Verfrühen oder als Frostschutz verwendet. Der Verfrühungseffekt kann durch eine Temperaturerhöhung um etwa 5 °C bis zu 14 Tage betragen. Die Frostabwehr für Kulturen, deren Anbau in kälteren Monaten erfolgt, ist dagegen bis - 5 °C möglich, wenn das Vlies ohne Unterkonstruktion direkt auf den Pflanzen liegt. Das Prinzip ähnelt der Frostschutzberegnung; die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit sammelt sich in den Fasern des Vlieses und bildet bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt einen schützenden Eispanzer. Dadurch verbleibt die Bodenwärme im Bestand und die kalte Außenluft gelangt nicht an die Pflanzen. Verfrüht werden vor allem Salat, Radieschen, Kohlrabi, Erbsen, Bohnen, Gurken, Möhren, Kartoffeln und Erdbeeren. Bei der Abwehr von Schädlingen ist darauf zu achten, dass ab einer Temperatur von 23-25 °C das Vlies vom Bestand genommen werden muss. Die Haupteinsatzzeit liegt deshalb im zeitigen Frühjahr bis etwa Mai sowie im Spätsommer und Herbst. In diesen Zeiträumen ist es möglich, die Anbausaison durch Vliesabdeckungen um 4-5 Wochen zu verlängern.
Kulturschutznetze werden hauptsächlich zur Abwehr von Schädlingen wie Schmetterlingen, Faltern und Gemüsefliegenarten eingesetzt. Sie verhindern die Eiablage und damit die Entwicklung der schädlichen Maden und Raupen. Am besten werden die Schutznetze von Beginn der Kultur bis zur Ernte über die Pflanzen gelegt, um einen durchgehenden Schutz zu gewährleisten. Lediglich zum Hacken und Jäten sollten sie kurzzeitig entfernt werden. Am besten ist hierfür der frühe Morgen geeignet, weil hier mit dem geringsten Zuflug von Schädlingen zu rechnen ist. Ihre Haltbarkeit beträgt mindestens 8 Jahre. Da an den Rändern keine Öffnungen entstehen dürfen, ist das Breitenmaß sehr wichtig. Die erforderliche Netzbreite errechnet sich aus der Summe von Beetbreite, doppelter Pflanzenhöhe und 30 cm Reserve zur Befestigung. Eine Unterkonstruktion ist möglich, muss aber nicht sein. Es gibt 2 Arten von Insektenabwehrnetzen, welche je nach Maschenweite mehr oder weniger Schutz bieten. Die großmaschigen Netze mit einer Maschenweite von 1,35 x 1,35 mm schützen das Gemüse vor Lauchmotten, Möhrenfliegen, Kohl-, Rettich- und Zwiebelfliegen sowie Schmetterlingen. Gegen die kleineren Schädlinge wie die Minierfliege an Zwiebeln und Lauch und Erdflöhe an Kohl, Rettich und Radieschen helfen Netze mit einer Maschenweite von 0,8 x 0,8 mm. Der Befall mit Weißer Fliege wird ebenfalls deutlich reduziert.
Mittlerweile sollten solche Hilfsmittel in jedem Gemüsegarten vorhanden sein, denn sie sind das einzige wirksame Mittel bei der Bekämpfung von vielen Schädlingen.
Bei Unsicherheiten in der Material- und Maschenweitenwahl sollte auf eine Beratung im Fachhandel zurückgegriffen werden.



Bekämpfung der Schermaus

das im Volksmund auch Wühlmaus genannte Tier zählt zu den bedeutendsten Schädlingen im Haus- und Kleingarten. Durch den Fraß an Wurzeln und Knollen/ Zwiebeln verursacht die Wühlmaus große Schäden. Häufig wird der Schaden erst sehr spät entdeckt, wenn z. B. junge Bäume „in Schieflage" geraten, weil die Wurzeln abgefressen sind. Die geschädigten Bäumchen lassen sich dann ohne großen Widerstand aus dem Boden ziehen. Vom Wurzelsystem solcher Bäumchen ist häufig nur noch ein Stumpf der Pfahlwurzel übrig, die Rinde ist abgenagt. Deutlich sind die Spuren der Nagezähne erkennbar. Die Fraßschäden der Wühlmaus können mit denen von Engerlingen des Maikäfers u. a. Blatthornkäfer verwechselt werden.
Flache Erdhügel mit einem seitlichen gelegenen Eingangsloch lassen auf die Anwesenheit von Schermäusen schließen. Die Hügel der Maulwürfe dagegen sind eher spitzkeglig! Maulwurf und Schermaus bewohnen nicht selten die gleichen Gangsysteme. Deshalb ist bei Bekämpfungsmaßnahmen auf den Maulwurf Rücksicht zu nehmen. Da der Maulwurf zu den geschützten Tieren gezählt wird, darf er nicht getötet werden. Zu seiner Vertreibung können Präparate auf der Basis von Calciumcarbid angewendet werden.
Natürliche Feinde der Schermaus sind u. a. die Hauskatze, Wiesel, Iltis. Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Schermaus sind nur dann aussichtsreich, wenn betroffene Grundstücksnachbarn gemeinsam gegen die Schermaus vorgehen. Sonst wandern von benachbarten Grundstücken sehr schnell Tiere in das nach einer der Bekämpfungsaktion „geleerte Revier" ein und das Spiel kann von vorn beginnen. Verschiedene Pflanzen wie Kaiserkrone, Wolfsmilch sollen durch ihren Geruch die Schermäuse fern halten. Zum Effekt von Geräten, die akustische Signale aussenden, mit denen die Schermäuse vertrieben werden sollen, liegen widersprüchliche Aussagen vor.
Umweltverträglich ist die Verwendung von Fallen zum Fang der Schermäuse. Allerdings ist die notwendige Kontrolle der Fallen etwas aufwändig. Auf Grund des im Winterhalbjahr geringeren Nahrungsangebotes lassen sich die Schermäuse in diesem Zeitraum besser fangen.
Zur chemischen Bekämpfung der Schermaus stehen zahlreiche Präparate auf der Basis verschiedener Wirkstoffe zur Verfügung. Die entsprechenden Ködermittel werden von den Schermäusen ebenfalls im Winterhalbjahr besser angenommen. Auf die Einhaltung der Anwendungshinweise auf der Gebrauchsanleitung bei der Anwendung der Mittel muss ausdrücklich hingewiesen werden, damit Schäden an Haus- und Wildtieren verhindert werden.



Rasenpflege

nicht wenige Anfragen von Gartenfreunden beziehen sich auf die starke Zunahme des Auftretens und der Bekämpfung von Moosen, die die Gräser in den Rasenflächen erhalten z. T. vollständig verdrängen können. Ausgangs des Winters sind viele Rasenflächen in einem schlechten Zustand. Wechselnde Temperaturen, Feuchtigkeit, Krankheitserreger setzen den Gräsern zu. Unter liegen gebliebenem Falllaub ersticken nicht wenige Gräser. Urin und Kot von Hunden und Katzen sind auch nicht immer förderlich für das Wachstum der Gräser. Meistens sind es mehrere Faktoren, die das Wachstum der Gräser beeinträchtigen und das Auftreten der Moose begünstigen:
- ungeeignete Gräserzusammensetzung des Rasens - Nutzungsart des Rasens und Standortbedingungen beachten
- Schattenwirkung durch Gebäude, Bäume und Sträucher, letztere wachsen, so dass die Schattenwirkung mit der Zeit zunimmt!
- Verdichtungen im Boden, die zu Staunässe führen
- saure Bodenreaktion fördert das Wachstum einiger Moosarten
- Nährstoffmangel, die Folge ist ein schwaches Wachstum der Gräser
- zu tiefer Rasenschnitt schwächt die Gräser
- Rasenverfilzung durch liegen gebliebenes Mähgut
- Fehlstellen im Rasen in Folge von Krankheitsbefall, Auftreten von Unkräutern oder Maulwurfshaufen


Gegenmaßnahmen:
- Rasenflächen im Laufe des Monats März bis April mit einem schweren Eisenrechen abharken, dabei die Moose entfernen, bei starkem Auftreten in zwei Arbeitsgängen oder Vertikutierer verwenden (Nur Grasnarbe und Moosschicht durcharbeiten!)
- Bodenverdichtungen beseitigen - bei großflächigem Vorkommen muss u. U. eine Drainageschicht eingebaut werden, was mit einem erheblichen Aufwand verbunden wäre bis hin zur Neuansaat
- Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern
- Fehlstellen nachsäen - Boden vorbereiten und die richtige Grasmischung wählen: z. B. Zier-, Spiel-, Sport- oder Schattenrasen
- Düngung und Wässern des Rasens nach Bedarf
- Anwendung von Kalk und/ oder Fe-II-Sulfat als unterstützende Maßnahmen gegen das Auftreten der Moose
- nicht zu tiefer Schnitt (4-5 cm) unter Beachtung der Wuchseigenschaften der Gräser sowie der Witterungsbedingungen - nicht in Trockenperioden mähen und entweder Mähgut abtransportieren und kompostieren oder als Mulchmaterial verwenden oder Mulchrasenmäher verwenden.



Bekämpfung von Gallmilben

an den Gehölzen kann man das Schwellen der Knospen beobachten, teilweise zeigen sie schon grüne Spitzen. Deshalb sollte man jetzt unbedingt die Sträucher/Stämmchen von Schwarzen Johannisbeeren auf das Vorhandensein von stark angeschwollenen Knospen, den so genannten „Rundknospen" kontrollieren. In diesen Rundknospen überwintern die Gallmilben, die durch ihre Saugtätigkeit an den Blättern schädigen, aber auch einen schwachen Austrieb bewirken sowie gefährliche Viruskrankheiten übertragen können. Mit einem Starkbefall ist dann auch ein erheblicher Ertragsverlust verbunden. Mit Beginn des Aufbrechens der Knospen verlassen die Gallmilben ihre Überwinterungsquartiere und wandern auf die neuen Blätter. Eine wesentliche Maßnahme zur Eindämmung des Befalls ist deshalb das rechtzeitige Entfernen der Rundknospen oder stark befallener Triebe. Diese Maßnahme reicht aber meist allein nicht aus, um die Gallmilben sicher zu bekämpfen. Da schwach befallene Knospen nicht die typische Schwellung aufweisen, können sie deshalb leicht übersehen werden. Bei starkem Befall sollte man deshalb die Pflanzen radikal zurück schneiden. Das anfallende Schnittholz muss unbedingt aus dem Garten entfernt oder wo es erlaubt ist, verbrannt werden. Behandlungen mit Rapsölpräparaten wie z. B. Micula vor und während des Austriebes wirken reduzierend auf den Gallmilbenbefall. Auch an Brombeeren und dem Wein (hier: Rebpockenmilbe und Kräuselmilbe) ist die schädigende Wirkung von Gallmilben bekannt. Bei diesen Pflanzen kommt es allerdings nicht zur Bildung von Rundknospen. Bei diesen Kulturen empfiehlt sich zum Zeitpunkt des Aufbrechens der Knospen die Behandlung mit Rapsölpräparaten wie z. B. Micula (bei Brombeere) bzw. mit Schwefelpräparaten wie Thiovit Jet, die zur Bekämpfung des Echten Mehltaus verwendet werden (bei Wein).
Weitere Arbeiten: Es ist auch allerhöchste Zeit für den Schnitt an Stachelbeeren, den man nutzen sollte um die vom Amerikanischen Stachelbeermehltau befallenen Triebspitzen zu entfernen, in denen der Erreger der Krankheit überwintert. Befallene Triebe sind an der braunen Färbung sowie den z. T. eingesunkenen Stellen auf der normalerweise graubraunen Rinde und Deformationen der Triebe (z. B. Verkrümmungen) relativ leicht zu erkennen. Auch von den so genannten resistenten oder „pilzfesten" Stachelbeersorten ist bekannt, dass sie von der Krankheit befallen werden können. Allerdings ist bei ihnen der Befall meist wesentlich schwächer als bei den alten z. T. hoch anfälligen Sorten. Die Büsche oder die Kronen von Stämmchen sollten luftig erzogen werden (Auslichtungsschnitt!). Dadurch wird das schnellere Abtrocknen nach Niederschlägen gefördert und wirkt damit befallsvorbeugend. Vor und während des Austriebs kann durch Spritzungen mit Schwefelpräparaten wie z. B. Thiovit Jet die Ausbreitung der Krankheit recht gut eingedämmt werden.



Kräuselkrankheit des Pfirsichs

in den letzten Jahren war regelmäßig ein sehr starkes Auftreten der Kräuselkrankheit an Pfirsich, nicht selten verbunden mit großen Ernteverlusten (bis Totalausfall) zu verzeichnen. Zusätzlich trat der Pfirsichschorfpilz auf, der zu Qualitätsverlusten führte. Wenn man das Auftreten der Kräuselkrankheit und Ernteverluste verhindern will, so muss bereits beim Aufbrechen der Knospen die erste Behandlung mit einem Fungizid durchführt werden. Dieses Entwicklungsstadium wird an geschützten Standorten bei milder Winterwitterung bereits im Januar erreicht. Wenige Tage mit Temperaturen deutlich über 0 °C genügen zum Erreichen dieses Stadiums! Ist der Pilz erst einmal in die Knospe eingedrungen (= Infektion), so ist die Entwicklung der Krankheit nicht mehr zu stoppen. In der Vergangenheit war der Einsatz verschiedener Präparate auf der Basis von Kupferverbindungen sowie Euparen zur Bekämpfung dieser Krankheit möglich. Leider ist derzeit kein Fungizid zur Bekämpfung der Kräuselkrankheit des Pfirsichs im Haus- und Kleingarten zugelassen. Dies ist ein sehr unbefriedigender Zustand! In Versuchen konnte durch die drei- bis viermalige Spritzung zzt. des Knospenaufbruchs mit dem Pflanzenstärkungsmittel Neudo-Vital (3 %-ig, Abstand zwischen den Behandlungen 3-5 Tage) der Befall der Pfirsichbäume mit der Kräuselkrankheit reduziert werden. Völlig verhindern lässt sich das Auftreten der Kräuselkrankheit mit dieser Maßnahme jedoch meistens nicht. Als einzige Maßnahme zur Einschränkung des Befalls bleibt dann nur das Entfernen der ersten befallenen Blätter. Sind sehr viele Blätter befallen, kommt es meistens zum Verlust der jungen Früchte. Im Sommer erfolgt dann die Bildung von normalen, gesunden Blättern.
Weitere Arbeiten:
Lagerbestände von Obst und Gemüse, aber auch eingelagerten Blumenknollen wie Dahlien, Gladiolen u. a. müssen regelmäßig auf Befall mit Schadorganismen vor allem Fäuleerreger kontrolliert werden. Erkranktes oder angefressenes Obst, Gemüse oder Blumenknollen sind wegen der Ansteckungsgefahr zu entfernen und wenn möglich zu verwerten bzw. vernichten (z. B. Hausmüll oder tief eingraben). Bei günstigen Außentemperaturen sollte der Lagerraum gelüftet werden. Auf Mäuse ist im Lager zu achten (Fraßschäden), bei Bedarf Fallen aufstellen oder die Katze zeitweise in das Lager lassen.
Saatgutbestände überprüfen, überlagertes Saatgut aussortieren bzw. bei Aussaat  dichter aussäen. Vorher ist eine Keimprobe durchzuführen (Schale mit angefeuchtetem Filterpapier).


Monilia-Spitzendürre

die Aprikosen blühen! Deshalb sollte man sich auf die Durchführung der Fungizid-Maßnahmen gegen die Monilia-Spitzendürre (Monilinia laxa) vorbereiten. Die Krankheit kann an Mandelbäumchen, Pflaumen und Kirschen bei feucht-kühler Witterung zum Absterben ganzer Zweigpartien und Bäume führen. Für die Bekämpfung der Krankheit ist es sehr wichtig, dass rechtzeitig noch vor Blühbeginn Fruchtmumien und abgestorbene Triebe entfernt worden sind. Zahlreiche Bäume wurden in den letzten Jahren in Folge des wiederholten starken Befalls gerodet. Um den Befall mit der gefürchteten Krankheit zu vermeiden bzw. gering zu halten, können je nach Witterungsverlauf bis zu 3 Behandlungen an Sauer- und Süßkirschen sowie Pflaumen mit Teldor und anderen Mitteln mit dem Wirkstoff Fenhexamid (Aufwandmenge: 3 x 0,5 kg/ha und m Kronenhöhe) oder Pilzfrei Ectivo (Wirkstoff: Myclobutanil, Aufwandmenge: 3 x 60 ml/100 m² nur an Sauer- und Süßkirschen durchgeführt werden.
Die Termine für die Behandlungen sind:
1. Behandlung: Kelchblätter sind geöffnet, 2. Behandlung: Mitte der Blüte, 3. Behandlung: Ende der Blüte).
Bei den Behandlungen wird der Erreger der Narren- und Taschenkrankheit mit erfasst. Werden erste Monilia-Symptome (Absterben und Vertrocknen von Blüten oder Absterbeerscheinungen an jungen Zweigen) festgestellt, sollte man sofort bis 20 cm tief in das gesunde Holz zurückschneiden, um die weitere Ausbreitung im Baum zu verhindern. Ein zögerliches Herangehen in dieser Angelegenheit hilft nicht weiter! Gummifluss am Stamm und Ästen ist ein weiteres Anzeichen des Befalls durch den Pilz. Die Sorte „Schattenmorelle" reagiert dabei besonders heftig auf Infektionen mit dem Monilia-Pilz. Bei Neupflanzungen sollten die weniger anfälligen Sorten (z. B. „Saphir", „Morellenfeuer" bevorzugt werden.
In den letzten Jahren kam es auch an Süßkirschen und Äpfeln zu einem stärkeren Auftreten der Krankheit als sonst üblich. Deshalb sollte man bei den Kontrollen auch diese Kulturen mit einbeziehen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Anfallendes Schnittholz ist umgehend zu vernichten (Verbrennung in den Orten/Gemeinden, wo es erlaubt ist). Das Zerkleinern und Kompostieren des Schnittholzes ist auch möglich, wenn das befallene Material gut mit unbelasteten kompostierbaren Materialien oder Erde abgedeckt wird.
Weitere Hinweise können Sie dem Merkblatt zur Monilia-Krankheit entnehmen, das im Internet unter www.tll.de/ps und dort unter Haus- und Kleingarten zu finden ist.
Weitere Arbeiten:
Anfällige Stachelbeeren sollten jetzt mit Schwefelpräparaten wie Netzschwefel WG oder Kumulus WG gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau gespritzt werden (Aufwandmenge: 5 g/10 m² vor dem Austrieb und 4 g/m² nach dem Austrieb, max. 6 Behandlungen)
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Schäden an Ziergehölzen

in den letzten Wochen wurden vielerorts starke Schäden an immergrünen Gehölzen festgestellt, betroffen waren vor allem Buddleja, Cotoneaster, Kirschlorbeer, Efeu, Rosmarin, aber auch Thuja. Daraufhin wurden auch Pflanzenausfälle prognostiziert, die auch eingetreten sind, besonders bei Buddleja. Ursache der Schäden waren primär nicht die niedrigen Wintertemperaturen, die örtlich sicher auch zu Schäden geführt haben können, sondern eher der Wassermangel in den Blättern/Nadeln infolge der Transpiration bei fehlender oder gestörter Wassernachlieferung aus dem gefrorenen Boden. Die Schäden äußerten sich in Form von großflächigem Vertrocknen der Blätter bzw. Nadeln. Umso mehr überraschte, dass jetzt an nicht wenigen der betroffenen Gehölze ein Neuaustrieb zu beobachten ist. Diese Pflanzen sind in Abhängigkeit von dem Ausmaß der Schäden zurück zu schneiden und in der Folge bei Bedarf zu wässern und zu düngen, um ein optimales Wachstum zu erzielen. Bei derartigen Schäden ist es deshalb manchmal also besser zu warten, als gleich zu roden.
Seit einigen Tagen wird ein z. T. starkes Welken von Trieben an Forsythien-Büschen beobachtet. Als eine mögliche Ursache für derartige Schäden wurde vor einigen Jahren Infektionen mit dem Sclerotinia-Pilz ermittelt. Es gibt keine Möglichkeit den Pilz mit chemischen Mitteln in der Forsythie zu bekämpfen. Welkende Triebe an den Forsythien-Büschen sollte man deshalb umgehend entfernen und vernichten. Auf keinen Fall sollten die befallenen Triebe kompostiert werden. Im Komposthaufen werden meistens die für die Abtötung dieses und anderer gefährlicher pilzlicher Erreger erforderlichen Temperaturen nicht erreicht. Bei dem großen Wirtspflanzenkreis von Sclerotinia könnte verseuchte Kompost(erde) zur Infektion an einer Reihe von Pflanzen im Garten führen (u. a. Tomate, Gurke, Buschbohnen, Sonnenblume, Zinnie). Die Infektion mit dem Sclerotinia-Pilz führt meistens zu einer Stängelfäule und in der Folge zum Welken und Absterben der sich darüber befindenden Pflanzenteile. Der Pilz bildet sehr lange im Boden und Pflanzenteilen überlebende Dauerkörper, so genannte Sklerotien aus (in einem weißen Myzel entweder im Inneren der Stängel oder aus dem befallenem Gewebe nach außen dringend). Auch in diesen Fällen gilt dann: befallene Pflanzen und -teile umgehend aus dem Bestand zu entfernen und zu vernichten. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass eventuell bereits vorhandene Sklerotien (meistens einige mm, manchmal auch bis zu 1 cm große, grau-schwarze, unregelmäßig geformte und feste Körper) nicht abfallen und in den Boden gelangen. Damit würde für neue Infektionen gesorgt!
Weitere Arbeiten:
1. Kontrolle der Kübelpflanzen auf Befall durch Schädlinge/Krankheiten
2. Steckzwiebeln/Winterzwiebeln: Auf Befall durch die Lauchminierfliege achten!
Erste Hinweise zum Auftreten des Schädlings sind zahlreiche, in einer Reihe angeordnete punktförmige, weißliche Flecken auf den Blättern von Zwiebeln. An diesen Stellen erfolgt die Eiablage! Sicheren Schutz bieten Kulturschutznetze (rechtzeitig auflegen).


Obstschädlinge

die Falter des Apfelwicklers sowie des Pflaumenwicklers fliegen örtlich ziemlich stark und es muss beim Verzicht auf Gegenmaßnahmen mit starken Ernteverlusten gerechnet werden. Allerdings sind zur Bekämpfung des Pflaumenwicklers im Haus- und Kleingarten nach wie vor keine Insektizide zugelassen. Wer Lockstofffallen zur Bekämpfung des Pflaumenwicklers oder Apfelwicklers nutzen möchte, sollte dabei aber bedenken, dass durch die Fallen die männlichen Falter der jeweiligen Art aus einem größeren Umkreis angelockt werden. Und nicht jedes Wicklermännchen geht in die Lockstofffalle! Mit einem gewissen Befall der Äpfel/Pflaumen mit Maden muss deshalb gerechnet werden. Zur Bekämpfung des Apfelwicklers stehen Mittel auf der Basis des Apfelwicklergranulosevirus (z. B. Granupom, Granupom oder MADEX 3, Aufwandmenge: 0,5 ml/100 m² und m Kronenhöhe, 0,5 % Zuckerzusatz zur Spritzlösung wird empfohlen (bessere Wirkung), max. 6 Anwendungen je Jahr, Abstand zwischen den Behandlungen 8 Tage, Wartezeit: keine) und Methoxyfenozide (z. B. Runner bzw. Bayer Garten Raupenfrei Aufwandmenge: 2,0 ml/100 m² und m Kronenhöhe, max. 3 Anwendungen je Jahr, Abstand zwischen den Behandlungen 14 Tage, Wartezeit: 14 Tage) zur Verfügung. Die Insektizide müssen nach dem Schlupf der Räupchen des Apfelwicklers gespritzt werden. Den richtigen Termin zu treffen, ist jedoch nicht problemlos, da der Flug und damit auch die Eiablage des Apfelwicklers über einen längeren Zeitraum erfolgt. Das zur Bekämpfung des Apfelwicklers zwar zugelassene Appeal (Apfelwicklerpheromon + Insektizid) müsste jetzt angewendet werden, ist aber leider nicht im Handel verfügbar.
Zur Bekämpfung der Kirschfruchtfliegen an Kirschen im Haus- und Kleingarten stehen ebenfalls nach wie vor keine wirksamen Insektizide zur Verfügung. Von der Verwendung der allgemein zur Bekämpfung dieses Schädlings empfohlenen beleimten Gelbtafeln wird abgeraten, da sie nicht ausreichen, um einen stärkeren Befall zu verhindern. Sie locken weitere Kirschfruchtfliegen aus der Nachbarschaft an und verstärken damit den Befallsdruck. Das gilt umso mehr, seit dem bei uns neben der einheimischen verstärkt auch die Amerikanische Kirschfruchtfliege auftritt, die auch Sauerkirschen stärker befällt. Außerdem werden von den Gelbtafeln leider auch verschiedene nützliche Insekten angelockt.
An Sauerkirschen und auch bei verschiedenen Süßkirschensorten ist derzeit verbreitet ein starker Fruchtfall zu beobachten: Von dem nach der Blüte erkennbaren guten Fruchtansatz bleibt nicht viel übrig! Offenbar waren die Witterungsbedingungen zur Zeit der Blüte nicht optimal (sehr hohe Temperaturen, sehr schneller Blühverlauf), so dass nun die Kirschen abgestoßen werden.
An Haus- aber auch an Wildpflaumen und Schlehen sind zahlreiche deformierte Früchte festgestellt worden. Diese Früchte sind z. T. gelblich verfärbt und weisen einen weißlichen Belag auf. Hierbei handelt es sich um Befall mit der Narren- und Taschenkrankheit. Möglichkeiten zur chemischen Bekämpfung dieser Krankheit bestehen zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr. Jetzt sollte man die befallenen Früchte auspflücken und vernichten.



Kraut- und Knollenfäule / Kartoffelkäfer

die Kartoffelanbaubetriebe wurden auf die erhöhte Infektionsgefahr durch die Kraut- und Knollen- bzw. Braunfäule (Phytophthora infestans) informiert. Die Krankheit kann nun auch an Kartoffeln und Tomaten im Haus- und Kleingarten auftreten. Bei Feststellung von Erstbefall sollten einzelne befallene Blätter entfernt und vernichtet werden, danach kann man mit Fungizidbehandlungen die Befallsentwicklung stoppen und die weitere Ausbreitung der Krankheit verhindern, siehe Tabelle.
Wirkstoff           -            Mittel          -                        
Kupferoktanat - z. B. Cueva, Cueva Pilzfrei u. a.          
Mancozeb       - z. B. Dithane NeoTec, PILZFREI DITHANE, MANCOFOR DG
Metiram           - z. B. Polyram WG, Gemüse-Pilzfrei Polyram WG
Mancozeb + Benthiavalicarb
   - z. B. Valbon
alle Mittel können für die Kartoffel angewandt werden, nur Kupferoktanat für die Freiland-Tomaten.
Langjährige Erfahrungen zeigen, dass ein relativ sicherer Schutz der Tomatenpflanzen vor dem Befall mit Phytophthora infestans durch deren Überbauung mit einem Foliendach, so dass die Pflanzen nicht durch Niederschläge oder Taunässe benetzt werden, erreicht werden kann. Die Pilzsporen können dann auf den Blättern nicht auskeimen. Generell sollte man Tomaten nie von oben bewässern, das Wasser sollte immer nur an den Fuß gegeben werden!
Aber: Auch die so genannten resistenten Sorten können manchmal Phytophthora-Befall an den Blättern aufweisen!
In Kartoffelbeständen wurden an verschiedenen Standorten bereits stärkeres Auftreten des Kartoffelkäfers sowie Eigelege festgestellt. Vor der Durchführung von Bekämpfungsmaßnahmen sollte man bitte genau hinschauen, denn ähnlich wie der Kartoffelkäfer, legt auch der Marienkäfer seine gelblich gefärbten Eier in Gruppen an der Blattunterseite ab. Beide Arten lassen sich aber an der Farbe der Eier gut unterscheiden:
- Eier von Marienkäfern: hellgelbe Färbung
- Eier des Kartoffelkäfers: orangegelbe Farbe
Erste Eigelege des Kartoffelkäfers können umweltschonend durch das Entfernen der befallenen Blätter vernichtet werden. Auch Käfer sowie Larven können bei einem niedrigen Befallsniveau abgesammelt und vernichtet werden, bevor chemische Bekämpfungsmittel einsetzt werden. Zur chemischen Bekämpfung des Kartoffelkäfers stehen Insektizide mit den Wirkstoffen Azadirachtin (z. B. NeemAzal-T/S, Schädlingsfrei Neem) oder Pyrethrine + Rapsöl (z. B. Spruzit Neu, Pyreth Natur-Insektizid, Schädlingsfrei Eftol u. a.) zur Verfügung. Wer keine chemisch-synthetischen Mittel einsetzen möchte, kann die Larven mit Gesteinsmehl überstäuben.
Bei der Anwendung der Fungizide sind die Auflagen wie Aufwandmenge, Anzahl Behandlungen, Wartezeit sowie die zum Schutz der Umwelt und im Besonderen des Wassers strikt einzuhalten
!



Nacherntebehandlung von Erdbeeren


die diesjährige Ernte der Erdbeeren neigt sich langsam dem Ende zu. Sollen das Erdbeerbeet oder Teile davon ein weiteres Jahr kultiviert werden, so müssen die abgeernteten Erdbeerbeete auf Befall durch Krankheiten und Schädlinge kontrolliert werden. An den Blättern der Erdbeerpflanzen sind bei Ernteabschluss besonders häufig Spinnmilben zu finden. Sichtbar wird der Befall an zunächst punktförmigen Saugstellen, die mit der Zeit an Größe zunehmen und miteinander verschmelzen können. In der folge ist ein Absterben der Blätter möglich. Ohne Zuhilfenahme einer Lupe sind die Schädlinge meist nicht zu erkennen. Das Abmähen und der Abtransport der Erdbeerblätter von den Beeten (auf den Komposthaufen) hat sich als vorteilhaft erwiesen, auf diese Weise lässt sich der Befall durch Spinnmilben und andere Krankheiten und Schädlinge deutlich reduzieren. Besonders geachtet werden sollte auch auf Anzeichen des Befalls durch die so genannte Erdbeerweichhautmilbe. Sie lebt in den Herzen der Pflanzen und verursacht durch ihre Saugtätigkeit Blattdeformationen und einen Kümmerwuchs sowie bei starkem Befall große Ernteverluste. Manche vor allem der neueren Erdbeersorten reagieren auf Eisenmangel recht schnell mit Chlorosen an den jüngeren und jüngsten Blättern, der bis zum völligen Verlust an Blattgrün führen kann. Mit der ein- bis zweimaligen Anwendung eines Eisen-haltigen Blattdüngers kann diese Mangelerscheinung behoben werden. Günstig ist es aber, wenn bereits bei leichten Mangelsymptomen reagiert wird. Die Weiterkultur der Erdbeeren lohnt sich nicht, wenn verstärkt Ausfälle an Pflanzen aufgetreten sind (vor allem durch die Phytophthora-Rhizomfäule oder die Verticillium-Welke). Beim Auftreten dieser Krankheiten sollte auch auf die Gewinnung von Senkern verzichtet werden! Auf Anzeichen des Auftretens von Blattkrankheiten ist zu achten: vor allem auf den Echten Mehltau, die Weiß- sowie die Rotfleckenkrankheit. Gegen die Phythophthora-Rhizomfäule kann man die Jungpflanzen vor der Pflanzung in eine Aliette WG-Brühe (Wirkstoff: Fosetyl) tauchen. Nach der Ernte können die Erdbeeren beim Auftreten der Weiß- oder der Rotfleckenkrankheit mit dem neu zugelassenen Duaxo Universal Pilzspritzmittel (Wirkstoff: Difenoconazol) behandelt werden.
Falls „Senker" für die Neuanlage von Erdbeerbeeten aus den eigenen Ertragsbeeten gewonnen werden sollen, sind folgende Aspekte zu beachten:
- Senker nur aus optisch gesunden Ertragsbeeten gewinnen
- die Erdbeerpflanzen für die Senkergewinnung in Trockenperioden wässern
- Senker nur von den besten „Trägern" nehmen.
Die Leistung der Erdbeerpflanzen lässt oft krankheitsbedingt (Viren) mit den Jahren nach, deshalb sollte man in regelmäßigen Abständen neues, gesundes Pflanzgut erwerben und an Stelle der eigenen Senker pflanzen. Leider halten die im Fachhandel erhältlichen Erdbeerpflanzen nicht immer das, was man sich von ihnen verspricht!



Krankheiten und Schädigungen an Tomaten


von verschiedenen Orten wurde bereits Befall von Tomaten durch die Kraut- und Braunfäule Phytophthora infestans gemeldet. Begünstigt wurde das Auftreten dieser gefährlichen Krankheit, die bei Verzicht auf Gegenmaßnahmen unter günstigen Bedingungen rasch zum Absterben der Blätter/der ganze Pflanze und einer Fruchtfäule führt, durch die eher feuchte Witterung der letzten Tage mit für den Hochsommer meist zu niedrigen Temperaturen. Bei Befallsfeststellung sollte man die befallenen Pflanzenteile, unter Umständen ganze Pflanzen unverzüglich entfernen: Danach sind die restlichen Pflanzen mit Cueva oder einem anderen Fungizid mit dem Wirkstoff Kupferoktanoat zu behandeln. Das Mittel Cueva darf pro Jahr max. 12 x in Tomaten angewendet werden. Die Aufwandmenge ist abhängig von der Pflanzengröße:
- bis 50 cm: 1,35 ml/m²
- 50 - 125 cm: 1,8 ml/m²
- über 125 cm: 2,25 ml/m²
Die einzuhaltende Wartezeit von der Anwendung von Cueva bis zur Ernte der Tomaten beträgt 7 Tage! Deshalb vor der Behandlung reife Früchte ernten!
Unter mehr warmen und trockenen Witterungsbedingungen kann die Dürrfleckenkrankheit Alternaria solani an Tomaten zu empfindlichen Verlusten führen - an den Blättern treten rundliche braune Flecken auf, die durch die Blattadern begrenzt werden und typische konzentrische Ringe aufweisen. Die Früchte können braune, lederartige, leicht eingesunkene Flecken mit dem konzentrischen Ringmuster aufweisen. Die Fruchtsymptome können leicht mit der Blütenendfäule verwechselt werden, bei der aber das Ringmuster fehlt! Beim Auftreten der Dürrfleckenkrankheit sind die oben beschriebenen Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen. Zur chemischen Bekämpfung sind Kupferoxychlorid-haltige Fungizide wie Funguran zugelassen. Man kann aber auch die Nebenwirkung von Cueva nutzen. Die Blütenendfäule der Tomaten - die Krankheit ist aber auch an Paprika bekannt - wird durch Kalziummangel verursacht. Eine ausgewogene Ernährung und Wasserversorgung der Tomatenpflanzen sind als vorbeugende Maßnahmen zu nennen. Bei Stickstoffbedarf sollte man Kalksalpeter (Kalziumnitrat) einsetzen. Treten erste Befallssymptome auf, so kann man mit einer 0,5 %igen Kalziumchlorid-Lösung Abhilfe schaffen. In Jahren mit wechselhafter Witterung, die eine unterschiedliche Wasserversorgung der Tomatenpflanzen zur Folge haben können, kommt es nach Trockenperioden häufig zum Platzen der Früchte, wenn die Pflanzen wieder reichlich mit Wasser versorgt werden. Deshalb ist immer auf eine ausgeglichene Wasserversorgung der Tomatenpflanzen zu achten. Nicht vollständig ausgefärbte Früchte, bei denen der Bereich um den Stielansatz oft eine grünliche Farbe behält, weisen auf eine unzureichende Kaliumversorgung.



Krankheiten und Schädlinge an Rosen


viele Rosenbüsche und -stämmchen sind sehr stark durch den Rosenmehltau, Sternrußtau oder den Rosenrost befallen, auch die Vermehrung der Blattläuse hat ein großes Ausmaß angenommen. Das starke Auftreten von Sternrußtau und Rosenrost führt bei Verzicht auf rechtzeitige, geeignete Gegenmaßnahmen bei anfälligen Sorten zum vorzeitigen Laubabfall und einer Schwächung der Rosenpflanzen. In den letzten Tagen konnte außerdem beobachtet werden, dass Rapsglanzkäfer in großer Anzahl die Rosenblüten auf der Suche nach Nahrung (Pollen) aufsuchen. Die regnerische Witterung der letzten Tage hat auch zu einem stärkeren Botrytis-Befall an den Rosenblüten geführt. Anfangsbefall durch den Grauschimmel äußert sich in rötlichen Flecken auf den Blütenblättern. Nicht wenige Gartenfreunde klagen außerdem über das plötzliche Welken und Absterben einzelner Rosentriebe. Ursache dafür ist zumeist das Auftreten des Auf- bzw. des Absteigenden Rosentriebbohrers, deren Larven im Inneren der Triebe fressen. Als Gegenmaßnahmen gegen die Rosenschädlingen und -krankheiten sind zu nennen:
- Entfernung der ersten befallenen Blätter und Triebe (besonders wichtig bei der Feststellung des Befalls durch den Rosentriebbohrer)
- Behandlung mit Fungiziden- zur Bekämpfung der Rosenkrankheiten sind zahlreiche Mittel mit den Wirkstoffen Difenoconazol (z.B. Duaxo Rosen-Pilz Spray), Kupferoktanoat (z.B. Cueva, Cueva Pilzfrei, Kupfer-Pilzfrei), Myclobutanil (z.B. Celaflor Pilzfrei Saprol, Pilzfrei Ectivo, Klick&GO Pilzfrei Saprol u.a.), Tebuconazol (z.B. Bayer Garten Rosen-Pilzfrei Spray Folicur) und Triticonazol (z.B. Rosen-Pilzfrei Saprol) zugelassen.
- Bei Befall mit Blattläusen können zwar die Larven räuberisch lebender Gallmücken oder die Anzeichen der Parasitierung durch Schlupfwespen als natürliche Gegenspieler festgestellt werden, deren Auftreten ist aber meist zu gering, um die Schädlinge deutlich zu dezimieren. Neben den verschiedenen Pflanzenjauchen und -brühen kann Blattläusen wirkungsvoll mit dem Rosenpflaster (Wirkstoff: Dimethoat) begegnet werden. Außerdem können zur Bekämpfung von Blattläusen und anderen Schädlingen an Rosen die gegen Schädlinge an Ziergehölzen zugelassenen Insektizide auf der Basis von Acetamiprid (z.B. Schädlingsfrei Careo Rosenspray), Azadirachtin (z.B. NeemAzal-T/S), Mineralöle (z.B. Promanal Neu Schild- und Wolllausfrei) eingesetzt werden.
- Nach dem Abblühen der Rosen Rückschnitt vornehmen, dabei kranke Pflanzenteile entfernen


Weitere Arbeiten: Auf Schnecken achten, bei regnerischem Wetter sind sie naturgemäß sehr rege. Absammeln und weit entfernt freilassen oder der Einsatz von Schneckenködern- die Wahl der Mittel und Methoden richtet sich auch nach der zur Verfügung stehenden Zeit und den Möglichkeiten.



Mehltau an Wein


die reichlichen Niederschläge der letzten Wochen haben zu einem relativ frühen, stärkeren Auftreten des Falschen Mehltaus des Weins geführt. Auf den Blättern sind die Symptome (aufgehellte Flecken= Ölflecken) sowie das weißliche Myzel des Pilzes (meist an der Blattunterseite) zu finden. Viele Flecken auf einem Blatt führen schließlich zu dessen Absterben, Vertrocknen und Abfallen. Einzelne Blätter mit den Krankheitsmerkmalen sollte man entfernen. Danach sollte ein Fungizid eingesetzt werden, um die weitere Ausbreitung des Pilzes zu verhindern. Der Neuzuwachs an Blättern + Trauben muss lückenlos geschützt werden, um Infektionen zu verhindern. Deshalb sind die Spritzabstände nach Niederschlägen und intensivem Zuwachs kurz zu halten. Um der Resistenzbildung entgegen zu wirken, muss auf den Wechsel der Wirkstoffe beim Einsatz der Fungizide geachtet werden. Bei den Spritzarbeiten ist auf eine gute Benetzung aller Pflanzenteile zu achten. Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Gefahr des Befalls durch den Echten Mehltau zu. Bei hohen Temperaturen erfolgt die massenhafte Bildung von Konidien (= bestimmte Sporenform), die durch Wind, Tiere, Mensch übertragen bzw. verschleppt werden können. Der auf den Blättern vorhandene Tau in den Nacht- und Morgenstunden reicht für das Keimen der Konidien und das Eindringen des Keimschlauches in die Blätter/ Früchte aus! Bereits geringer Beerenbefall kann zu Qualitätsbeeinträchtigungen des Lesegutes und Geschmacksveränderungen des Weins führen. Sehr starker Befall der Blätter und Triebe führt zu einem geringeren Wachstum der Rebe und kann die Leistungsfähigkeit des Rebstockes auch im Folgejahr noch negativ beeinflussen. Auch für den Echten Mehltau gilt die Regel, dass die Bekämpfung der Krankheit rechtzeitig erfolgt. Gegen den Falschen Mehltau können Fungizide mit den Wirkstoffen Kupferoktanoat (z.B. Cueva, Cueva Pilzfrei, Kupfer-Pilzfrei), Mancozeb (z. B. Dithane NeoTec, PILZFREI DITHANE, MANCOFOR DG) und Metiram (z.B. Polyram WG, Gemüse-Pilzfrei Polyram WG, COMPO Pilz-frei Polyram WG) eingesetzt werden. Auf die Notwendigkeit des Wirkstoffwechsels bei der Anwendung der Fungizide wurde bereits hingewiesen. Gegen den Echten Mehltau können Fungizide mit den Wirkstoffen Kupferoktanoat (Beispiele für Mittel, siehe oben), Myclobutanil (z. B. Pilzfrei Ectivo, Klick&GO Pilzfrei Saprol, Bayer Garten Rosen-Pilzschutz M) und Schwefel (z.B. THIOVIT Jet, Sufran Jet, Asulfa Jet, Netzschwefel WG) eingesetzt werden. Beim Anbau von resistenten Weinsorten kann man sich den Aufwand mit dem Fungizideinsatz ersparen!


Weitere Arbeiten: Auf Phytophthora- Befall an Kartoffeln und Tomaten achten, Hinweise zu den Fungiziden, siehe unseren Hinweis aus der 24. Kalenderwoche.
Falscher Mehltau kann auch an Zwiebeln auftreten, zurzeit sind aber leider keine Fungizide zur Bekämpfung dieser Krankheit zugelassen!



Fruchtfäule an Pflaume, Aprikose, Kernobst


an Kirschen wurde in diesem Jahr ein stärkeres Auftreten von Fruchtfäulen beobachtet. Nun sind auch die ersten faulenden Früchte an Bäumen mit reifenden Aprikosen festgestellt worden. Begünstigt werden die Fruchtfäulen durch zu dichten Fruchtbehang, Beschädigungen der Fruchtschale durch Hagel, Insektenfraß und natürlich durch die regnerische Witterung, die den Pilzen wie z. B. Monilinia fructigena ideale Entwicklungsbedingungen bieten. Gegenwärtig sind vier Fungizide mit dem Wirkstoff Fenhexamid zur Bekämpfung von Fruchtfäulen nur in Pflaumen sowie in Süß- und Sauerkirschen zugelassen. Deshalb muss vor allem im Kernobst, in Pfirsichen und Aprikosen auf das Vorhandensein faulender Früchte geachtet werden. Diese sind umgehend auszupflücken und zu entfernen. Im Kernobst, in Pfirsichen und Aprikosen lohnt es sich auch im Interesse der Fruchtgröße bei sehr dichtem Fruchtbehang eine manuelle Ausdünnung vorzunehmen. Das Mittel Teldor u. a. Fungizide mit dem oben genannten Wirkstoff darf pro Jahr max. 3 x in Süß- und Sauerkirschen sowie Pflaumen angewendet werden. Als Anwendungszeitpunkt gilt für Süß- und Sauerkirschen die Gelbfärbung der Früchte, bei Pflaumen die Umfärbung derselben. Die beiden Folgebehandlungen sind nach 12-14 Tagen durchzuführen. Die Aufwandmenge beträgt 5 g/100 m² und m Kronenhöhe. Die einzuhaltende Wartezeit von der Anwendung dieser Fungizide bis zur Ernte der Süß- und Sauerkirschen sowie der Pflaumen beträgt 3 Tage.
An verschiedenen Orten neigt sich die Ernte der normal tragenden Himbeeren dem Ende zu. Nach Ernteabschluss dieser Himbeersorten sind die Tragruten und überzählige Jungtriebe zu entfernen, als Richtzahl gelten 7 bis 15 Ruten je lfd. Meter in Abhängigkeit von der Erziehungsform der Himbeeren. Himbeeren sind gegen starke Schwankungen in der Bodenfeuchtigkeit recht empfindlich. Deshalb sollte man vor allem an sonnigen Standorten durch eine Mulchschicht aus Rindenkompost o. a. geeigneten Materialien und Wässern in Trockenperioden dafür sorgen, dass die Bodenfeuchtigkeit ausgeglichen ist. Beachtet werden sollte, dass die Mulchschicht Stickstoff bindet. Durch die Einarbeitung von Hornspänen kann dieser Stickstoffverbrauch gedeckt werden.
Als Lichtblick bei der Bekämpfung der Kräuselkrankheit des Pfirsichs im Haus- und Kleingarten kann die Zulassung des Fungizides Duaxo Universal (Wirkstoff: Difenoconazol) vermeldet werden. Das Fungizid wurde zur Bekämpfung dieser Krankheit in Pfirsich, Nektarine und Aprikose wie folgt zugelassen:
- Anzahl Behandlungen pro Jahr: 3 im Abstand von 10 Tagen
- Stadium der Kulturpflanze: von Beginn des Knospenschwellens (Blätter) bis Blattknospen zeigen grüne Spitzen
- Anwendungszeitpunkt: bei Befallsbeginn bzw. Sichtbarwerden der Sym- ptome
- Aufwandmenge: 11 ml/100 m² und m Kronenhöhe



Echter und Falscher Mehltau an Gurke / Zucchini


zurzeit häufen sich die Meldungen über Absterben/Faulen von jungen Zucchini- Früchten berichtet. Gefördert wird diese Schädigung, die auch an Gurken unter Glas/ Folie nicht selten auftritt, durch nasskalte Witterung. Geschädigte Früchte sollten umgehend entfernt werden. Die nasskalte Witterung fördert auch das Auftreten des Falschen Mehltaus an Gurken. Innerhalb weniger Tage können die Gurkenpflanzen infolge Befalls durch diese Krankheit absterben. Der Echte Mehltau dagegen wird durch trockenwarme Witterung in seiner Entwicklung gefördert. Ihm reicht die Taunässe zur Keimung der Sporen auf der Blattoberfläche und zum Eindringen des Keimschlauches in das Blattgewebe. Die Blätter der Gurkenpflanzen bleiben trotz Infektion mit dem Echten Mehltau noch relativ lange funktionstüchtig. Sie sterben allmählich ab, wobei sie vertrocknen. Blätter mit Anfangsbefall sollten trotzdem umgehend entfernt werden. Dabei kann man auch ältere, gelb werdende Blätter beseitigen. Dadurch erreicht man eine bessere Durchlüftung und ein rascheres Abtrocknen der Pflanzen. Beim Anbau im Gewächshaus muss viel gelüftet werden. Gegen Echten Mehltau an Gurken und Zucchini können Schwefel-Präparate wie z. B. Kumulus WG oder Azoxystrobin-haltige Fungizide wie z. B. Ortiva gespritzt werden. Ortiva hat auch eine Wirkung gegen den Falschen Mehltau an Gurken. Aliette WG kann gegen diese Krankheit beim Anbau der Gurken im Gewächshaus angewendet werden. Gegen die Alternaria-Blattfleckenkrankheit sowie den Stängelbrand an Gurken und Zucchini kann das Difenoconazol-Fungizid Duaxo Universal Pilzspritzmittel angewendet werden. Befallsmindernd wirkt auch die Behandlung mit BioBlatt Mehltaufrei (Wirkstoff: Lecithin) bei Anfangsbefall mit dem Echtem Mehltau.
Ab August ist auch wieder mit dem Auftreten der zweiten Generation der Lauchminierfliege im Porree zu rechnen. Die Larven fressen einen Minengang in Richtung Mitte der „Porree-Schäfte". In der Folge kommt es zu großen Putzverlusten, wenn nach der Ernte die befallenen Blattschichten entfernt werden müssen. Da in und auf den befallenen Blättern häufig als Sekundärbefall auch Fäulniserreger auftreten, sind dann die Schäden nach Befall durch die Lauchminierfliege besonders hoch. Derzeit sind keine Insektizide zur Bekämpfung dieses Schädlings im Haus- und Kleingarten zugelassen. Die einzige Möglichkeit zur Verhinderung des Befalls ist deshalb gegenwärtig nur der Einsatz von Kulturschutznetzen. Hinweise zur Anwendung von Kulturschutznetzen siehe dazu auch unseren Hinweis aus der 17. Kalenderwoche dieses Jahres.



Tierische Schädlinge im Haus- und Kleingarten


Derzeit ist ein stärkeres Auftreten von Raupen des Großen bzw. Kleinen Kohlweißlings und der Kohlmotte zu beobachten. Die Raupen des Großen Kohlweißlings verursachen durch den Fraß an den Blättern große Schäden, oft bleiben nur die Blattrippen übrig (sogenannter Skelettierfraß. Die Raupen des kleinen Kohlweißlings fressen zunächst an den äußeren Blättern, dringen später tief in die Kohlköpfe ein und verschmutzen diese mit ihrem Kot. Die Raupen der Kohlmotte fressen dagegen anfänglich an den Herzblättern der Kohlpflanzen, verursachen später einen Fensterfraß an den Blättern, am Blumenkohl wird auch die „Blume" geschädigt. Gegen junge frei fressende Schmetterlingsraupen kann XenTari oder Neudorffs Raupenfrei gespritzt werden (Wirkstoff: Bacillus thuringiensis). Werden Blattläuse mit Spruzit Schädlingsfrei, Pyreth Natur-Insektizid oder einem anderen Insektizid mit den Wirkstoffen Pyrethrum + Rapsöl bekämpft, ist eine gewisse Nebenwirkung auf die Kohlmottenraupen zu erwarten. Gegen die Weiße Fliege (Kohlmottenschildlaus) an den Kohlarten stehen zurzeit leider nur Präparate auf der Basis von Rapsöl bzw. Kaliseife zur Verfügung, die nur über eine unzureichende Wirkung auf diesen Schädling verfügen. Deshalb sind der rechtzeitige Beginn der Spritzungen und die mehrmalige Wiederholung der Maßnahmen für einen ausreichenden Bekämpfungserfolg sehr wichtig.
Die Falter der zweiten Generation des Pflaumenwicklers fliegen zurzeit relativ stark, die des Apfelwicklers weniger intensiv. Gegen den Pflaumenwickler sind derzeit keine Insektizide für die Anwendung im Haus- und Kleingarten zugelassen. Gegen die schlüpfenden Raupen des Apfelwicklers können Granupom Apfelmadenfrei, MADEX 3 oder ein anderes Apfelwicklergranulosevirus-Präparat bzw. Bayer Garten Raupenfrei oder Runner angewendet werden.
An Himbeeren wurde sehr starker Befall mit Spinnmilben festgestellt. Zur Bekämpfung dieses Schädlings sowie von Gallmilben (an Brombeeren) kann Kiron angewendet werden.
Kübelpflanzen sollten weiterhin regelmäßig mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden, damit sie reichlich blühen und wachsen. Dabei ist auch auf Schädlingsbefall zu achten (Spinnmilben, Schildläuse). Bei festgestelltem Befall sind einzelne Blätter oder Triebe mit Schädlingen oder Krankheitssymptomen zu entfernen und zu vernichten. Danach sind die Pflanzen mit einem zugelassenen Insektizid oder Akarizid zu behandeln, die Behandlung ist nach etwa einer Woche zu wiederholen.



Kirschen nach der Ernte


nach dem Abschluss der Ernte der Süß- und Sauerkirschen sollte man den Schnitt der Bäume durchführen. Ein Vorteil der Schnittdurchführung zu diesem Termin ist ein besseres Abheilen der Schnittwunden. Beim Rück- oder Korrekturschnitt sind gleichzeitig erkrankte Äste und Zweige (Monilia! - oft erkennbar am Gummifluss), sowie die meist sehr langen, peitschenartigen, abgetragenen Langtriebe der Sauerkirschen zu entfernen. Der Rückschnitt sollte auf stammnahe Jungtriebe erfolgen, um das Kronenvolumen zu begrenzen. An jungen wüchsigen Ästen und Zweigen wachsen erfahrungsgemäß auch qualitativ hochwertige Früchte. Stärkere Wunden sind mit einem Wundverschlussmittel (farbloser Latex ist auch geeignet) zu behandeln, um Infektionen mit Rindenkrankheiten zu verhindern. Aus diesem Grund sollte der Schnitt nicht bei regnerischem Wetter durchgeführt werden. Neben einem ungünstigen Standort (kalter, schwerer, nasser Boden) und Krankheitsbefall (Monilia), führt nicht selten ein zu starker Rückschnitt und ungünstiger Schnitttermin (Winter) zum so genannten Gummifluss an Sauer- und Süßkirschen.
Die Reifezeit des Obstes ist auch Wespenzeit. Wenn die bevorzugte Beute für Wespen (andere Insekten wie z. B. Blattläuse) im Laufe des Sommers knapp wird, begeben sich die Wespen auf Nahrungssuche und suchen dann auch die Arme und Beine von Menschen intensiv nach „Verwertbarem" ab. An Stelle der Insekten (Proteine) nehmen die Wespen dann auch mit Pflaumen, Birnen und anderen Früchten vorlieb. Vorsicht ist deshalb bei der Ernte dieser Früchte sowie beim Verzehr von zuckerhaltigen Speisen und Getränken im Freien geboten, denn bei der geringsten Störung wird zu gestochen. Wespen sollte man trotzdem auf Grund ihrer Nützlichkeit (Gegenspieler von Blattläusen und anderen Insekten) tolerieren, so lange keine ernsthafte gesundheitliche Gefährdung besteht. Befinden sich Wespennester in unmittelbarer Nähe von Wohngebäuden ist die Gefährdung von Kleinkindern abzuschätzen. Ist diese gegeben sowie beim Vorliegen einer Allergie gegen Insektenstiche ist die Entfernung des Wespennestes ratsam (mancherorts übernimmt die Feuerwehr diese Aufgabe). Helfen kann man sich durch eine Ablenkfütterung mit zuckerhaltigen Säften in Flaschen oder die Verwendung von Insektentüchern, deren Geruch die Wespen vertreibt.
An Gladiolen, Porree und anderen Pflanzen wurde stärkerer Befall durch Thripse festgestellt. Während an Gladiolen die zur Bekämpfung von saugenden Insekten an Zierpflanzen zugelassenen Insektizide angewendet werden dürfen, stehen in Porree für diesen Zweck nur Präparate mit den Wirkstoffen Rapsöl bzw. Kaliseife zur Verfügung.



Erdbeerpflanzen


Die Erdbeerpflanzen müssen auf Befall durch Spinn- und Weichhautmilben sowie Krankheiten kontrolliert werden. Spinnmilbenbefall führt zunächst zu punktförmigen Saugstellen auf den Blättern. Bei starkem Befall kommt es zu Chlorophyllverlusten und Absterbeerscheinungen an den Blättern sowie zur Bildung von Gespinsten, in denen sich die Spinnmilben aufhalten. Kräuselungen und Wachstumshemmungen können die Folge des Befalls durch Weichhautmilben (= Erdbeermilbe) sein. Die Tiere halten sich an den so genannten Herzblättern auf und schädigen diese durch ihre  Saugtätigkeit. Gegen Spinn- und Erdbeermilben kann das Akarizid Kiron bis zum Blühbeginn bzw. nach Abschluss der Ernte gespritzt werden (1 x 30 ml je 100 m² in 20 l Wasser je 100 m². Das Welken der Pflanzen kann auf Infektionen durch bodenbürtige Pilze wie Verticillium sp. oder Phytophthora fragariae (Rote Wurzelfäule) zurückzuführen sein. Erkrankte Pflanzen müssen entfernt und vernichtet werden. Danach ist eine Spritzung mit dem Fungizid Aliette WG (Wirkstoff: Fosetyl, Aufwandmenge: 1 x 0,5 kg in 50 l Wasser je 100 m² durchzuführen, um die weitere Ausbreitung der Roten Wurzelfäule zu verhindern. Die Blätter neuerer Erdbeersorten zeigen nicht selten nach Ernteabschluss eine auffällige Gelbfärbung, wobei die Adern noch grün sind. Diese Erscheinung ist meistens auf Eisenmangel im Boden zurückzuführen. Der Eisenmangel kann selbst bei ausreichend vorhandenem Eisen im Boden durch Bodenverdichtungen, Wasserüberschuss, niedrige Temperaturen verursacht werden. Kurzfristig kann die Eisenchlorose durch Blattspritzungen mit einem Eisendünger behoben werden, die im Fachhandel erhältlich sind. Bei stärkerem Auftreten der Weiß- sowie der Rotfleckenkrankheit an Erdbeeren kann das Fungizid Duaxo Universal Pilzspritzmittel (Wirkstoff: Difenoconazol, Aufwandmenge: max. 2 x 60 ml je 100 m² in 20 l Wasser je 100 m² angewendet werden.
Auf den freien Beeten kann jetzt Spinat bzw. Feldsalat gesät werden. Bei Trockenheit kann das Auflaufen beschleunigt werden, in dem man in die Furche Wasser gießt und die Samen auf den angefeuchteten Boden streut und danach sorgfältig die Furche schließt. Achten Sie bitte beim Kauf des Saatgutes auf Resistenz oder Widerstandsfähigkeit der jeweiligen Sorte gegen Falschen Mehltau (Spinat) bzw. Echten Mehltau (Feldsalat)! Das Auftreten dieser Krankheiten kann sonst den Anbau von Spinat oder Feldsalat rasch zu einem Misserfolg werden lassen.
Freie Beete können aber auch mit Gründüngungspflanzen wie Gelbsenf, Phacelia u. a. belegt werden. Die Vorteile des Anbaus von Gründüngungspflanzen sind vielfältig. Nährstoffe werden gebunden und somit die Gefahr deren Auswaschung in das Grundwasser verringert, das Wachstum von Unkräutern wird unterdrückt, der Boden vor Starkniederschlägen geschützt und damit Strukturverlusten vorgebeugt, der Boden wird in einem guten Garezustand hinterlassen.



Fruchtfäulen an Äpfeln


neben dem bereits erfolgten Hinweis auf Fruchtfäulen an Steinobst, werden nun auch vermehrt Anfragen zu Fäulen an Kernobst gestellt.
Auch in diesem Jahr sind bei frühen Sorten von  Äpfeln hohe Ausfälle durch Fruchtfäulen (vor allem Monilia u. a.) zu beklagen. Von faulenden Früchten ausgehend, breitet sich der Pilz aus und kann in Triebe eindringen und zu deren Welken und Absterben führen. Die Entsorgung der z. T. großen Mengen an faulen Früchten bereitet oft Schwierigkeiten. Das Auftreten von Fruchtfäulen an Kernobst wird durch regnerisches Wetter gefördert. Durch Hagelschlag, Wespen- oder Vogelfraß sowie durch Fruchtschalenwickler beschädigte Früchte bzw. Früchte mit Einbohrlöchern des Apfel- bzw. Pflaumenwicklers stark von Schorf befallene Früchte faulen besonders schnell. Auch sehr dichter Behang fördert das Auftreten von Fruchtfäulen, deshalb ist das rechtzeitige Ausdünnen bei sehr dichtem Fruchtbehang nicht nur wichtig für die Erzielung optimaler Fruchtgrößen, sondern auch eine vorbeugende Maßnahme im Hinblick auf die Fruchtfäulen. Ein lockerer Kronenaufbau fördert das rasche Abtrocknen von Blättern und Früchten und ist ein wichtiger Beitrag zur Verhinderung des Auftretens von Fruchtfäulen und anderer Pilzkrankheiten. In Waldnähe kann mit Schutznetzen verhindert werden, dass Vögel an den Früchten fressen. Faulendes Obst sollte umgehend ausgepflückt und muss wie Fallobst entsorgt werden (tief eingraben, Hausmüll, Kompostierungsanlagen). Sehr wichtig bei der Vorbeugung des Auftretens von Fruchtfäulen ist auch die Beseitigung von Fruchtmumien an den Bäumen spätestens beim Schnitt der Bäume im Winter. Für die Bekämpfung von Fruchtfäulen an Kernobst sind derzeit leider keine Fungizide zugelassen.


Für die bevorstehende Obsternte sind die Vorbereitungen zu treffen, u. a.:
- Säubern der Keller und Stiegen oder Horden
- Prüfen, ob der Pflücktermin der jeweiligen Sorte erreicht ist: Die Stiele der Äpfel müssen sich beim Drehen der Frucht leicht vom Zweig lösen!


Bei der Ernte ist auf folgendes zu achten:
- schonende Behandlung der Früchte, Druckstellen müssen vermieden werden
- lange Fingernägel sollten vorher geschnitten werden, um eine Beschädigung der Früchte zu vermeiden
-     Ablegen der Früchte in die Körbe ebenfalls schonend, wie auch das Entleeren in die Stiegen.



Gallmilben und Rost an Brombeeren


es ist Erntezeit bei Brombeeren und es gibt nicht wenige Anfragen zu den Ursachen für nicht ausreifende Früchte. Ca. 3 Wochen vor der Ernte fallen Brombeeren auf, an denen wenige bis zahlreiche Einzelfrüchte hell- bis dunkelrot gefärbt  sind und nicht reifen. Solche Früchte trocknen schließlich ein und bleiben bis zum kommenden Frühjahr am Strauch hängen. Schwach befallene Früchte, die noch ausreifen, haben nur eine geringe Süßigkeit, stark befallene sind ungenießbar. Ursache dafür ist der Befall durch die Brombeergallmilbe. Die Tiere leben während der Fruchtentwicklung in der Nähe des Fruchtbodens und saugen an den Einzelfrüchten, die dann nicht mehr ausreifen. Bekämpfungsmaßnahmen sind zur Zeit der Ernte nicht möglich. Ab Mitte Oktober wandern die Gallmilben in die Überwinterungsquartiere (Knospen) ab. Deshalb sollten bei starkem Befall die alten Ranken sofort nach Abschluss der Ernte entfernt werden. Zur Bekämpfung der Gallmilben kann Kiron vor der Blüte oder nach der Ernte der Brombeeren eingesetzt werden.
Reifen dagegen bei Himbeeren Früchte nicht aus und färben sich gräulich, kann es sich um eine Infektion durch den Erreger der Brennfleckenkrankheit (der Himbeerruten) handeln, es bestehen sehr große Sortenunterschiede in der Anfälligkeit gegenüber dieser Krankheit. In der Zeit der Fruchtentwicklung + Reife bestehen keine Bekämpfungsmöglichkeiten. Nach der Ernte kann die Nebenwirkung von Duaxo Universal Pilzspritzmittel bei der Bekämpfung der Rutenkrankheit genutzt werden.
Nach intensiver Sonneneinstrahlung kommt es nicht selten zu Schäden an den reifenden Brombeeren: die der Sonne zugewandten Teile der Frucht verfärben sich (schmutzig weiß bis gelblich), geschädigte Früchte sind ungenießbar.
Die Blätter von Brombeeren sowie Himbeeren werden manchmal auch von Rostpilzen befallen. Aber nur bei sehr starkem Befall wird der Rostbefall ertragswirksam. Einzelne befallene Blätter sollten entfernt werden. Zur Bekämpfung des Brombeerrostes sind derzeit keine Fungizide zugelassen. An Himbeeren kann von der Behandlung mit Duaxo Universal Pilzspritzmittel gegen die Rutenkrankheit eine gewisse Wirkung auch gegen den Himbeerrost erwartet werden.
Der Beginn des Fluges der 2. Generation der Lauchminierfliege wurde festgestellt, gefährdet sind Zwiebeln, Porree und Schnittlauch. Die ersten Anzeichen des Befalls sind helle, perlenschnurartig angeordnete Fraßstellen an den Blattspitzen. Die Larven fressen sich bei Porree immer tiefer in die „Schäfte" ein und verursachen durch den Fraß + Kot und nachfolgenden Infektionen durch Fäulniserreger große Verluste (Putzverluste). Auffällig sind die braunen Tönnchenpuppen, die zwischen den Blattlagen zu finden sind. Durch das rechtzeitige Abdecken der gefährdeten Bestände mit Kulturschutznetzen (Maschenweite: 0,8 x 0,8 mm) kann Befall verhindert werden.



Spinnmilben an Kübelpflanzen


In den letzten Tagen haben sich die Anfragen zur Bekämpfung von Spinnmilben an Kübelpflanzen gehäuft. Auffällig wird der Befall durch Spinnmilben, wenn stark befallene Blätter eintrocknen und abfallen sowie durch die Gespinstbildung an der Spitze von Trieben/Blütenständen. Die Blätter weisen bald nach Befallsbeginn eine fahle Färbung auf. Die Spinnmilben werden auf Grund ihrer geringen Größe, wie auch die Symptome des Befallsbeginns sehr leicht übersehen: weißlich-gelbe, punktförmige Flecken, die mit fortschreitender Befallsdauer verschmelzen und schließlich zu den oben beschriebenen Symptomen führen. Die Spinnmilben halten sich vorwiegend auf der Blattunterseite auf, wo sie die Blattzellen aussaugen, die schließlich austrocknen. Trocken-warme Witterung fördert das Auftreten von Spinnmilben, die ein sehr großes Vermehrungspotenzial besitzen. Pro Jahr können mehrere Generationen auftreten. Mit der abnehmenden Tageslänge gehen die Weibchen der sehr häufig vorkommenden Gemeinen Spinnmilbe in ein „Überwinterungsstadium", das an seiner roten Färbung erkennbar ist. Diese Tiere suchen Überwinterungsquartiere (Ritze in der Baumrinde u. a.) auf, wo sie den Winter ohne Nahrungsaufnahme überstehen. Die Überwinterung der Tiere ist aber auch an den Kübelpflanzen in deren Überwinterungsquartier möglich! Dort kann sich der Schädling auf Grund der meist trocken-warmen Bedingungen sehr gut entwickeln und die Pflanzen stark schädigen. Deshalb sollte man alles tun, um bis zum Einräumen der Kübelpflanzen den Spinnmilbenbefall zu tilgen. Im Freiland sollte man die Pflanzen bei trocken-warmer Witterung nach Möglichkeit mehrmals am Tage mit Wasser übersprühen.
Der Spinnmilbenbefall kann mit verschiedenen Mitteln sowie Raubmilben (diese können meist über Pflanzenmärkte bezogen werden) getilgt werden.
Chemische Mittel zur Bekämpfung von Spinnmilben stehen als Sprays oder Spritzmittel zur Verfügung. Meistens sind bei einem starken Auftreten der Spinnmilben mehrere Behandlungen im Abstand von etwa einer Woche zur Tilgung des Befalls notwendig. Um die Entstehung von Resistenzen gegen die Wirkstoffe zu vermeiden, sollte man bei der Bekämpfung von Spinnmilben unbedingt Mittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen einsetzen.
Gegenwärtig sind zur Bekämpfung von Spinnmilben zahlreiche Mittel mit folgenden Wirkstoffen zugelassen:
Acequinocyl (z. B. Kanemite SC), Acetamiprid (z. B. Schädlingsfrei Careo Rosenspray), Azadirachtin (z. B. Schädlingsfrei Neem), Fenpyroximat (Kiron), Kaliseife (z. B. Neudosan Neu), Methiocarb + Imidacloprid (z. B. Provado Gartenspray), Mineralöle (z. B. Promanal AF Neu Schild- und Wolllausfrei), Pyrethrine (z. B. Chrysal Pflanzenspray), Pyrethrine + Rapsöl (z. B. Compo Schädlings-frei plus), Rapsöl (z. B. Promanal Austriebspritzmittel).



Pflanzliche Abfälle


mit der Ernte von Obst und Gemüse bzw. dem Ende der Blüte vieler Zierpflanzen geht nun die „Gartensaison" langsam zu Ende. Dabei stellt sich oft die Frage „Was tun mit den pflanzlichen Abfällen"? Generell sollte man beim Aufräumen in den Gärten nicht zu akkurat vorgehen. Das allerletzte Blatt muss nicht unbedingt aus den Gärten geschafft werden! Eine dünne Schicht aus Falllaub in den Staudenbeeten hilft vielen Insekten und Spinnen bei der Überwinterung und schützt außerdem die Bodenstruktur bei Niederschlägen. Das Falllaub ist aber von den Rasenflächen zu entfernen, da sonst die Gräser unter einer dicken Laubschicht „ersticken" und es zu Fäulnisherden kommen könnte. Auf der Oberfläche von Gartenteichen schwimmende Blätter sollten „abgefischt" werden, da sonst durch deren Faulen die Wasserqualität beeinträchtigt werden könnte. Den Rückschnitt von Stauden und Gräsern kann man erst im kommenden Frühjahr vornehmen, da die Stängel und Halme als Winterquartier für verschiedene Insekten geeignet sind und die Samen als Nahrung für Vögel im Winter dienen. Außerdem können mit Raureif besetzte Samenstände, Gräser und andere Pflanzen im Winter sehr dekorative Akzente im Garten setzen.
Das Falllaub der meisten Baum- und Straucharten kann man kompostieren, wenn es vor der Ablage auf dem Komposthaufen zerkleinert und mit anderen leicht abbaubaren Materialien gemischt wird. Dafür bietet das Mähen von Rasenflächen eine gute Gelegenheit, wenn die Blätter in größerer Menge von den Bäumen/Sträuchern abgefallen sind. Das Zerkleinern der Blätter und anderer Pflanzenteile z. B. in einem Shredder fördert deren Abbau durch die Bodenlebewesen und besonders die Mikroorganismen. Küchenabfälle sind leicht biologisch zersetzbar und können den schwer abbaubaren Pflanzenresten zugemischt werden. Allerdings sollte man Fleisch- und Wurstreste nicht auf den Komposthaufen geben, da sonst Ratten oder auch Waschbären angelockt werden und diese Tiere wollen wir eigentlich nicht füttern! Die schwer abbaubaren Blätter von Eichen, Rosskastanien und Walnüssen sollte man nur in geringen Mengen auf den Komposthaufen bringen. Erntereste (Wurzeln, Stängel, Blätter, nicht verwendungsfähige Früchte), abgeblühte Zierpflanzen und Stauden können ebenfalls kompostiert werden, wenn sie nicht von Wurzelkrankheiten oder der Kraut- und Braunfäule befallen sind. Pflanzenreste mit den Anzeichen des Befalls durch derartige Krankheiten sind über den Hausmüll zu entsorgen. In Orten, in denen das Verbrennen pflanzlicher Abfälle erlaubt ist (so genannte „Brennwochen" kann natürlich auch diese Möglichkeit der Entsorgung genutzt werden. Dabei ist aber darauf zu achten, dass das zu verbrennende Pflanzenmaterial möglichst trocken ist, da es sonst zu einer erheblichen Rauchentwicklung kommen kann. Besser ist aber die umweltschonendere Variante der Kompostierung.
Hierzu werden in manche Orte zentrale Stellen für die Erfassung dieser Abfälle angeboten (z. B. Grüncontainer u. a.). Pflanzliche Abfälle können natürlich auch beim Umgraben in den Boden eingearbeitet werden, wie das auch mit Gründüngungspflanzen erfolgt.



Frostspanner vorbeugen


jedes Jahr gibt es im zeitigen Frühjahr bis in den Mai die gleichen Symptome zu beobachten: Fraßschäden an Knospen, Blüten, Blättern und jungen Früchten von Obst- bzw. Ziergehölzen. Ursache der Fraßschäden sind die hellgrün gefärbten Raupen des Kleinen Frostspanners. Die Raupen spinnen mehrere Blätter zu einem Art Dach zusammen, unter dessen Schutz sie sich aufhalten und fressen. Neben dem Kleinen Frostspanner tritt noch der Große Frostspanner auf, dessen Raupen braun-rot gefärbt sind und außer an den oben genannten Gehölzen auch an Stachel- und Johannisbeersträuchern fressen.
Meist mit den ersten Nachtfrösten im Herbst beginnt der Flug der männlichen Falter des Schädlings. Die flugunfähigen Frostspannerweibchen - sie besitzen nur verkümmerte Flügel - müssen zur Eiablage auf die Bäume klettern. In der Krone erfolgt die Begattung durch die Männchen und die Eiablage im Laufe des Oktobers bis in den Januar in Rindenrisse oder in die Triebspitze. Im folgenden Frühjahr kann bei starkem Auftreten durch den Fraß der Raupen Kahlfraß an den Bäumen und anderen Gehölzen verursacht werden.
Zur Verhinderung der Schäden durch die Frostspannerraupen hat sich das Anbringen von Leimringen an den Stämmen der Obstbäume/Ziergehölze bewährt. Dies ist ein sicheres und umweltverträgliches Verfahren, denn bei richtiger Anbringung der Leimringe können die Weibchen nicht zur Eiablage in die Kronen wandern. Deshalb sollte man vor den ersten Frösten die Leimringe im Fachhandel erwerben und anbringen.


Bei der Anbringung der Leimringe sind folgende Hinweise zu beachten:
- Beseitigung von Unebenheiten am Stamm (Rindenkratzer), um ein dichtes Anliegen am Stamm zu ermöglichen, erst danach Anlegen des Leimringes
- Anlegen  des Leimrings am Stamm in einer Höhe von ca. 60 - 80 cm Höhe
- die Breite des Leimstreifens auf den Leimring sollte mindestens 8 cm betragen
- vorhandene Lücken zwischen Stamm und Leimring sind mit Lehm zu verschmieren
- die Stützpfähle der Bäume müssen ebenfalls einen Leimring erhalten, sonst haben sie eine Brückenfunktion
- regelmäßige Kontrolle der Funktionstüchtigkeit der Leimringe: angewehte Blätter u. a. müssen von den Leimringen entfernt werden, sonst Brückenfunktion
- bei Bedarf die Leimschicht erneuern oder den Leimring auswechseln
- die Leimringe bis Anfang Mai am Stamm belassen, da manchmal die Begattung und  Eiablage unterhalb des Leimringes erfolgen. Die aus diesen Eiern schlüpfenden Raupen könnten sonst noch im Frühjahr in die Krone aufwandern!
- die Kontrolle der Leimringe im Frühjahr gibt an Hand der gefangenen Weibchen Hinweise auf die zu erwartende Stärke des Befalls.



Pflanzvorbereitung für Gehölze


der Herbst ist Pflanzzeit für Obst- und Ziergehölze, da die Gehölze bei der meist ausreichend vorhandenen Bodenfeuchtigkeit noch vor dem Eintritt des Winters einwurzeln können. Da die Gehölze über einen längeren Zeitraum am gleichen Standort stehen und reichlich blühen bzw. fruchten sollen, sind vor der Pflanzung einige Aspekte zu bedenken:
· Abstandsregelungen: Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, sollte man bei der Pflanzung auf die Einhaltung der erforderlichen Abstände von der Grundstücksgrenze achten (ist geregelt im Nachbarrechtsgesetz).
· Standortwahl: Böden mit Staunässe (kann zu schweren Wachstumsstörungen führen) oder Frostlagen sind zu vermeiden, dies gilt besonders für die früh blühenden Obstsorten wie Aprikose, Pfirsich
· Pflanzabstand: Es ist leider nicht selten zu beobachten, dass Gärten mit Bäumen geradezu voll gestopft wurden. Für die optimale Entwicklung der Gehölze ist ein ausreichender Standraum erforderlich. In Abhängigkeit von der jeweiligen Unterlage wachsen die Obstgehölze unterschiedlich stark. Sollen unter den Bäumen noch Gemüse, Erdbeeren oder andere Pflanzen angebaut werden, so ist der Abstand zwischen den Bäumen noch größer zu wählen.
· Pflanzgrube: Sie sollte ausreichend groß bemessen sein, die Wurzeln oder der Wurzelballen dürfen beim Pflanzen auf keinen Fall in die Pflanzgrube gequetscht werden. Die Sohle der Pflanzgrube ist mit einer Grabegabel zu lockern. Der ausgehobene Boden kann mit Komposterde, Torf oder Pflanzerde verbessert werden. Dies ist besonders auf sandigen Böden zu empfehlen. Bei schweren Böden empfiehlt sich das Untermischen von Sand, um die Luftdurchlässigkeit des Bodens zu erhöhen.
· Bodenaustausch: Soll ein Gehölz an eine Stelle gepflanzt werden, an der schon einmal ein Gehölz der gleichen Art stand, so sollte man nach dem Ausheben der Pflanzgrube den Aushub gegen frische Gartenerde tauschen.
· Stützpfahl: Vor dem Setzen des Gehölzes ist besonders bei Obstgehölzen auf schwach wachsender Unterlage ein Stützpfahl in die Pflanzgrube einzuschlagen, nach der Pflanzung besteht sonst die Gefahr der Beschädigung der Wurzeln!
· Pflanzschnitt: Das Anwachsen der Gehölze wird durch den Pflanzschnitt gefördert, er ist auch für die Kronenerziehung sehr wichtig. Beim Kauf des Gehölzes in einer Baumschule übernimmt diese auf Wunsch meistens den Pflanzschnitt. Dabei ist auch der Wurzelschnitt durchzuführen (beschädigte, kranke Teile entfernen).
· Pflanzvorgang: Beim Pflanzen ist zu bedenken, dass sich die Erde/das Substrat setzt. Deshalb muss das Gehölz beim Pflanzen entsprechend höher gehalten werden. Die Veredlungsstelle darf nicht von der Erde bedeckt werden. Die Erde/das Substrat ist anzutreten und danach wird gewässert. Abschließend mit Rindenmulch abgedeckt, friert die Erde in der Pflanzgrube im Winter nicht so schnell durch.
· Anbinden: Das Gehölz ist so an den Stützpfahl anzubinden, dass der Stamm nicht am Pfahl scheuert (Vermeidung von Rindenverletzungen).
· Sortenwahl: Es ist unbedingt darauf zu achten, dass bei Pflaumen die Sorte Fruchttoleranz oder Resistenz gegen die Scharka-Krankheit besitzt, Apfelsorten sollten resistent gegen Apfelschorf und Apfelmehltau sein. Die Baumschulen beraten bei der Wahl der Sorte.



Überwinterung von Gladiolen und Dahlien


vielerorts hat sich der kommende Winter mit Graupelschauern und ersten Nachtfrösten angekündigt. Nun können auch die Gladiolen- und Dahlienknollen aus dem Boden herausgenommen werden. Bei den Gladiolen ist zu beachten, dass der gefürchtete Gladiolenthrips auf den Knollen überwintert. Im Herbst sollte deshalb nicht zu lange mit dem Herausnehmen der Knollen gewartet werden, damit die Thripse nicht von den Blättern auf die Knollen wandern können. Beim Herausnehmen der Gladiolenknollen sind deshalb auch sofort die Blätter bis auf einen 5-10 cm langen „Stumpf" einzukürzen. Für ein rasches Abtrocknen der Knollen ist zu sorgen, auch um dem Auftreten von Knollenfäulen vorzubeugen. Danach sollte man die Knollen putzen: die Reste der vorjährigen Knolle, die Brutknollen (sie können zur Weiterkultur aufbewahrt werden), der verbliebene Blattstumpf und lose „Hüllblätter" an den Knollen werden entfernt. Bei dieser Arbeit ist auch zu kontrollieren, ob die Knollen gesund oder von Krankheiten befallen sind. Normalerweise haben die Knollen in Abhängigkeit von der Sorte eine weiße, gelbe oder auch hell- bis dunkelrote Farbe. Kranke oder von Schädlingen befallene Knollen weisen Faul- oder Schorfstellen auf, solche Knollen nicht lagern, sondern vernichten. Die Lagerung der Gladiolenknollen sollte möglichst trocken und kühl erfolgen.
Mit dem Herausnehmen der Dahlienknollen kann man bis nach dem ersten Nachtfrost warten. Es ist darauf zu achten, dass Verletzungen der Knollen vermieden werden und sich in den hohlen Stängelresten kein Wasser ansammelt oder angesammelt hat, da sonst eine erhöhte Fäulnisgefahr besteht. Anhaftende Erde ist vorsichtig von den Knollen zu lösen, erkrankte oder befallene Knollen sind zu entfernen und zu vernichten. Die Lagerung der Dahlienknollen erfolgt kühl und trocken. Bewährt hat sich die Lagerung in Torf, der bei Bedarf etwas angefeuchtet wird, damit die Knollen während der Lagerung nicht zu viel Feuchtigkeit verlieren. Aber Vorsicht: Zu viel Wasser könnte den Knollen schaden (Fäulnisgefahr)! Die Knollen sollten im Lager regelmäßig auf Fäulnis oder andere Schäden kontrolliert werden.


Eingelagertes Obst ist regelmäßig auf Faulstellen zu kontrollieren, faulende Früchte sind umgehend zu entfernen.
Bei der Ernte der Möhren ist darauf zu achten, dass diese nicht verletzt werden. Beschädigte oder von der Möhrenfliege befallene Möhren sollte man nicht lagern, sondern schnellstens verwerten. Möhren können längere Zeit ohne Verluste im Einschlag gelagert werden. Kleinere Mengen kann man in Eimern oder anderen Gefäßen  lagern, in dem man die Möhren senkrecht hinein stellt und die Zwischenräume mit Sand füllt, der leicht angefeuchtet wird. Die Aufstellung der Eimer erfolgt an einem möglichst kühlen Ort. Regelmäßig kontrollieren: Temperatur im Lagerraum, Gesundheitszustand des Lagergutes. Lüften, wenn die Außentemperaturen dies zulassen.



Vorbeugende Maßnahmen im Herbst


die Entfernung von Falllaub bzw. von Pflanzenresten dient der Reduzierung des Infektionsdrucks durch Pilzkrankheiten und bestimmten Schädlingen wie z. B. des Apfelschorfs, des Sternrußtaus, des Rosenrostes sowie der Kastanienminiermotte. Die Erreger bzw. die Puppe der Kastanienminiermotte überwintern in den abgefallenen Blättern und sollten deshalb spätestens vor Beginn der nächsten Vegetationsperiode aus den Gärten entfernt werden. In den Orten, in denen die Verbrennung von pflanzlichen Abfällen erlaubt ist, ist die Verbrennung sicher die günstigste Form der Entsorgung.
Aber: Das Laub muss trocken sein, sonst ist die Rauchentwicklung zu stark. Kleinere Mengen können mit dem Hausmüll entsorgt werden, sonst muss das Falllaub zu einer Kompostierungsanlage oder einer Sammelstelle für pflanzliche Abfälle gebracht werden. Bei der Entsorgung auf dem eigenen Komposthaufen ist zu beachten, dass das schwer zersetzbare Laub von Kastanien, Walnussbäumen, Eichen nur in kleinen Mengen auf diese Weise entsorgt werden kann und dass es mit anderen gut zersetzbaren Materialien wie Gemüseabfällen, Grasschnitt gemischt wird. Der Komposthaufen ist mit abschließend mit unbedenklichen Materialien wie Stroh, Erde abzudecken, damit im kommenden Frühjahr von der obersten Schicht keine Infektionsgefahren ausgehen können.
Mit dem Abschluss der Erntearbeiten und Räumung der Beete vermindert sich das Nahrungsangebot für die Feldmäuse, die auch von benachbarten Feldern in die Gärten einwandern können. Auch aus diesem Grund sollte man Fallobst aufsammeln und verwerten bzw. entsorgen. Die Beseitigung von Unkrautbewuchs auf den bereits im Spätsommer geräumten Beeten bzw. anderer Deckungsmöglichkeiten, erleichtert den natürlichen Feinden der Feldmäuse wie Katzen und Mauswiesel die Jagd. Bei einem sehr starke Auftreten kann Giftweizen (Wirkstoff: Zinkphosphid) in die Gänge gelegt werden. Achtung: die Mäuse nutzen offene Türen und Kellerfenster, um in Gebäude einzudringen! Deshalb Kellerfenster beim notwendigen Lüften gegen das Eindringen von Mäusen sichern! In Gebäuden kann man dem Auftreten von Mäusen mit Fallen (bestückt mit Speck, Käse oder Nüssen) begegnen.
Im Winterhalbjahr verringert sich auch das Nahrungsangebot für Wühlmäuse und die Tiere schädigen dann vor allem an den Wurzeln von Obstbäumen, Wurzelgemüse, Blumenzwiebeln. Die umweltverträglichste Methode zur Bekämpfung von Wühlmäusen ist die Verwendung von Fallen mit Möhren-, Apfel- oder Selleriestückchen. Es können aber auch Mittel auf der Basis von Zinkphosphid bzw. Warfarin zur Bekämpfung der Wühlmäuse eingesetzt werden. Die Ausbringung erfolgt verdeckt in die Gänge und wird so lange wiederholt, bis keine Annahme mehr festgestellt wird.

 
 
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